Bericht von der 8. HDL-Fachtagung in Brandenburg/Havel 2013

Am 14. Juni 2013 fand die 8. HDL-Fachtagung mit dem Titel “Hybride Studienmodelle in Fernstudium und Weiterbildung“ des Hochschulverbunds Distance Learning in Brandenburg an der Havel statt (siehe http://www.hdl-fernstudium.de/veranstaltungen/hdl-fachtagungen/tagung-2013.html). Dem Titel entsprechend wurden verschiedene Projekte und Studienmodelle in Deutschland vorgestellt, bei denen berufsbegleitende und im Fernunterricht abgehaltene Ausbildungswege parallel zu Vollzeitstudien-Angeboten in verschiedener Art und Weise durchgeführt werden (siehe Programm der Fachtagung). Auszugsweise sollen an dieser Stelle einige wenige Vorträge genannt werden, die für das AKIB-Projekt interessante Aspekte mitzuteilen hatten.

An der Hochschule Mittweida wird z.B. eine dreisemestrige, berufsbegleitende Weiterbildung zur „Nachhaltigkeit in gesamtwirtschaftlichen Kreisläufen – SUSTAINABILITY 2020“ angeboten, die nach Beendigung optional zum Einstieg in ein Masterstudium berechtigt (siehe http://www.sustainability2020.de/). Neben Themen wie Innovations-, Human-Ressource-, Qualitäts- und Projektmanagement-Inhalten, Umweltrecht usw. werden die Teilnehmenden auch für Schlüssel-, Wissens- und Medienkompetenzen sensibilisiert. Für die Vermittlung dieser Inhalte und Kompetenzen wird die Lernplattform OPAL eingesetzt, in der Lernunterlagen, Testfragen und aufgezeichnete Vorlesungen eingestellt sind, aber auch E-Tutorien, Webinare sowie Webkonferenzen durchgeführt werden. Hierfür ist es notwendig, dass auch die Dozierende auf der Lernplattform Unterstützung von der Hochschule erhalten.

Eine „Sinnvolle Verbindung von Präsenz- mit Online-Lehre“ stellte die „Virtuelle Hochschule Bayern“ (www.vhb.org) aus Bamberg vor. Es handelt sich hierbei um ein Verbundinstitut aller bayrischen Universitäten und Hochschulen, bei dem Studierende eines Standortes an den Online-Veranstaltungen anderer Hochschulen teilnehmen, die Prüfungen jedoch am eigenen Standort absolvieren und auf diese Art und Weise Credit Points erwerben können. Die Online-Veranstaltungen finden in Moodle als Lernplattform statt. Um die Qualität der Betreuung zu gewährleisten, werden auch E-Tutoren-Schulungen angeboten.

Vom Fernstudieninstitut (FSI) der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin (siehe http://www.fernstudieninstitut.de/) berichtete ein weiterer Referent von den Erfahrungen zum „Kompetenzerwerb durch CSCL-Komponenten in E-Learning-Systemen“. CSCL steht für Computer Supported Cooperative Learning und baut auf Selbstlernkompetenzen auf, stärkt die Medienkompetenzen und fördert die Kommunikation und Kooperation. Kursteilnehmenden des FSI im Fernstudium „Sicherheitsmanagement“ wurde zunächst die Aufgabe gestellt, Präsentationen zu einem Kursthema zu erstellen. Diese wurden anschließend in Moodle in einem Wiki allen Kursteilnehmenden zugänglich gemacht, damit von allen die guten und die schlechten Präsentationen bewertet werden konnten. Den Kritiken entsprechend wurden anschließend die Präsentationen noch einmal überarbeitet. Über Text-Chats und Webkonferenzen fanden gemeinsame Diskussionen über die Ergebnisse statt. Auf diese Weise wurden die Kollaboration in der Lerngruppe sowie vor allem eine angemessene Formulierung von Kritik gefördert.

Zum Schluss soll noch der Bericht zu einer aktuell laufenden Umfrage genannt werden: An der Fachhochschule Diakonie in Bielefeld wird im Rahmen eines Projektes eine „Akzeptanzstudie zum Einsatz von Videokonferenzsystemen in der Hochschullehre“ durchgeführt, bei der Studierende ohne Videokonferenz-Erfahrungen und Dozierende mit und ohne derartige Erfahrungen befragt wurden. Das Projekt „Mit Praxis ins Studium: Zielgruppenspezifische Anerkennungsmöglichkeiten und Studienschwerpunkte für Leitungen von Kindertageseinrichtungen und Mitarbeitende in der Jugendhilfe“ wird übrigens wie das AKIB-Projekt ebenfalls im ANKOM-Rahmen vom BMBF gefördert (siehe http://www.fh-diakonie.de/.cms/283). Für das AKIB-Projekt selbst sind von den vorläufigen Ergebnissen vor allem Aussagen der Dozierenden mit Webkonferenz-Erfahrungen von Interesse. Diese empfehlen, Videokonferenzen eher schrittweise in die Lehre einzuführen. Außerdem weisen sie darauf hin, dass die Quizfunktion in dem Videochat-System Adobe Connect, aber auch die Aktivierung aller anderen zur Verfügung stehenden Funktionen in Adobe Connect die Akzeptanz bei den Studierenden deutlich steigern würde. Ein Vorteil von Webkonferenzen sei, dass sie aufgezeichnet werden könnten. Dann könnten verhinderte Teilnehmende im Nachhinein zwar nicht aktiv, aber immerhin noch passiv an den Kursinhalten partizipieren.

Zusammengefasst ist festzustellen, dass bei den Referierenden der HDL-Fachtagung zunehmend auf kollaborative und interaktive Elemente in der Online-Lehre Wert gelegt wird. Dies ist eine Weiterentwicklung zur bisher weit verbreiteten Übertragung einer Frontallehre in die E-Learning-Systeme. Dabei setzt man u.a. auf Webkonferenzen, die weniger einzelne Präsenzzeiten ersetzen, sondern eher die Online-Lernphasen ergänzen sollen. Betont wurde auch der besondere Unterstützungsbedarf der Dozierenden, der in Bezug auf den Einsatz von hybriden Studienmodellen im Fernstudium und in der Weiterbildung erkannt wurde.