Expertenworkshops am 02.10. und 08.10.2012 in Berlin

Das AKIB-Projekt hat zum Ziel, die Vermittlung akademischer Kompetenzen für die Informationsberufe an der Fachhochschule Potsdam auf die sich ändernden Anforderungen im beruflichen Alltag anzupassen (siehe Ziele des Projekts AKIB). Hierzu wurde im Projekt zunächst bestimmt, dass unter akademischen Kompetenzen die sogenannten Schlüsselkompetenzen in Abgrenzung zu den Fachkompetenzen aufgefasst werden. Letztlich sind es die Schlüsselkompetenzen, die es den Beschäftigten ermöglichen, sich den anstehenden, zunehmend wandelnden Aufgaben erfolgreich zu stellen und sich gegebenenfalls fehlende, aktuelle Fachkompetenzen für den Beruf nach dem Prinzip des lebenslangen Lernens anzueignen.

Es gilt demnach die Frage zu beantworten, welche Schlüsselkompetenzen in der Ausübung des Berufs als Diplom- bzw. Bachelor-Bibliothekarin und -Bibliothekar im Allgemeinen benötigt werden und welche davon von zentraler Bedeutung sind. Diese Frage können nur die Berufstätigen in Bibliotheken und Archiven selbst aus ihren täglichen Erfahrungen heraus beantworten. Aus diesem Grund werden – jeweils für das Bibliotheks- und das Archivwesen eigenständig – zwei Expertenworkshops am 2. Oktober 2012 (Bibliothek) und am 8. Oktober 2012 (Archiv) in Berlin veranstaltet.

Eingeladen wurden bei paritätischer Geschlechterverteilung jeweils zehn Expertinnen und Experten der beiden Informationsberufe, die sich größtenteils in der Ausbildung und bei Fragen zum Berufsbild engagieren. Sie sind Beschäftigte des gehobenen und höheren Dienstes oder haben eine vergleichbare Stellung in der freien Wirtschaft. Außerdem wurde bei der Auswahl darauf geachtet, dass Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Bibliothekstypen wie öffentlichen  und wissenschaftlichen Bibliotheken oder Spezialbibliotheken teilnehmen und analog dazu verschiedene Archivsparten wie Staats-, Medien- und Kommunalarchive repräsentiert sind. Die Teilnehmenden der Expertenworkshops kommen aus Hamburg, Bonn, Hannover, Münster, Rostock, Prenzlau, Potsdam und Berlin. Diese Auswahl berücksichtigt möglichst umfassend die vielfältigen Blickwinkel beider Berufsgruppen.

Die Moderation beider Veranstaltungen wurde extern an Frau Jana Löffler von der artop GmbH, einem Institut an der Humboldt-Universität zu Berlin, übertragen. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass mittels erprobter Moderationstechniken und neutraler Gesprächsführung eine freie und unbeeinflusste Diskussion geführt werden kann. Die Expertinnen und Experten tragen so die grundsätzlich benötigten Schlüsselkompetenzen in Bezug auf die Verantwortungsbereiche zusammen, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Diplom- bzw. Bachelor-Abschlüssen in Bibliotheken und Archiven übernommen werden. Anschließend gewichten sie aus diesen die zentralen Schlüsselkompetenzen.

In einem zweiten späteren Schritt werden die Ergebnisse beider Expertenworkshops in die Konzeption von Fragebögen oder Tests einfließen, die sich an die Teilnehmenden der Fernweiterbildung und des Direktstudiums an der FH Potsdam richten. Die Befragten sollen die geforderten  Schlüsselkompetenzen bei sich selbst und deren Vermittlung in der Ausbildung einschätzen. Doch zunächst sind wir, das AKIB-Projektteam, auf die Ergebnisse der beiden Expertenworkshops sehr gespannt. Selbstverständlich werden wir auf dieser Website von dem Verlauf der beiden Veranstaltungen zeitnah berichten.

Studierende in Deutschland ohne Abitur

Spiegel-online wies gestern, am 11.07.2012, in einem Artikel auf eine Studie zur Durchlässigkeit in der beruflichen Weiterbildung hin, die vom Gemeinnützigen Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) herausgegeben wurde. Die Autorinnen Sigrun Nickel und Sindy Duong führen in dem Arbeitspapier mit dem Titel „Studieren ohne Abitur: Monitoring der Entwicklungen in Bund, Ländern und Hochschulen“ (Arbeitspapier Nr. 157, Juli 2012) die Anteile der Studierenden ohne Abitur an den deutschen Hochschulen zusammen. Basis der Untersuchung sind Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Betrachtet werden hierbei nicht nur die StudienanfängerInnen, Studierenden und StudienabsolventInnen ohne Abitur in Deutschland und jedem einzelnen Bundesland, sondern auch deren Anteile bezogen auf die einzelnen Hochschulen.

Es zeigt sich insgesamt bzgl. aller deutschen Hochschulen eine deutliche Steigerung der Studierenden-Anteile ohne Abitur von 1997 bis 2010 (S. 29), wobei die Zahlen im Vergleich mit dem Ausland immer noch sehr gering ausfallen. Innerhalb Deutschlands ist eine große Spreizung der Anteile an Studierenden ohne Abitur zwischen den jeweiligen Bundesländern zu konstatieren: Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter mit 4,23 % Anteilen an StudienanfängerInnen ohne Abitur im Jahr 2010, gefolgt von Berlin mit 3,68 %, während das Saarland mit 0,38 % das Schlusslicht des Rankings gibt. Brandenburg ist mit 1,78 % Anteilen zum Mittelfeld zu rechnen (S. 33).

In Brandenburg selbst verfügt die FH Potsdam mit 5,08 % StudienanfängerInnen ohne Abitur im Jahr 2010 zwar nur über ungefähr die Hälfte der Anteile zur FH Brandenburg (10,56 %), die mit mehreren Initiativen und Projekten zum Thema Durchlässigkeit in der beruflichen Weiterbildung ebenfalls sehr engagiert ist, die Werte seien „Im Vergleich zum durchschnittlichen Anteil für das Land Brandenburg aber nichtsdestotrotz beeindruckend“ (S. 60). Leider ist die Darstellung der beiden Autorinnen des von der ANKOM-Initiative geförderten Projektes AKIB an der Fachhochschule Potsdam nicht korrekt: Ziel ist nicht ein „berufsbegleitendes Zertifikatsstudium für Fachangestellte für Medien und Informationsdienste im mittleren Dienst zu entwickeln, mit dem diese in das letzte Semester des Bachelorstudiums Bibliothekswissenschaft bzw. Archivwissenschaft einsteigen können.“ (S. 60) Dieses „Zertifikatsstudium“ besteht bereits seit ca. zehn Jahren an der Fachhochschule Potsdam. Vielmehr wird in AKIB ein Vergleich zwischen der bestehenden berufsbegleitenden Fernweiterbildung im Archiv- und Bibliothekswesen und dem Direktstudium der beiden informationswissenschaftlichen Fächer an der Fachhochschule Potsdam vorgenommen. Daran anschließend erfolgt die Konzeption und Implementation von Ausgleichsmaßnahmen zur Regulierung identifizierter Kompetenzmängel (siehe Projektbeschreibung).

Insgesamt bietet dieses Arbeitspapier einen sehr guten Überblick über die Entwicklung und den Status quo der Studien-Zugangsberechtigungen ohne Abitur und deren bundesländerspezifischen Auswirkungen in Deutschland. Auf diese Weise nebeneinander gestellt, sind die unterschiedlichen Maßnahmen und Vorgehensweisen einzelner Länder und Hochschulen in einem Gesamtrahmen zu beurteilen und in ihren Erfolgen zu vergleichen.

Ausstellungseröffnung im Foyer der FH Potsdam

An diesem Morgen eröffnete der Rektor der Fachhochschule Potsdam, Herr Prof. Dr.-Ing. Johannes Vielhaber um 10.00 Uhr die Ausstellung “Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa”. Vom 09.07.2012 bis zum 13.07.2012 werden im Foyer des Fachhochschul-Standortes an der Friedrich-Ebert-Straße Stimmen zum Thema „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung“ präsentiert (siehe auch Ausstellungsankündigung vom 05.07.2012). Anlass ist der kürzliche Start des Projektes „Akademische Kompetenzen in den Informationsberufen“ (AKIB) im Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam.

Plakate der Ausstellung “Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa” im Foyer der FH Potsdam, Friedrich-Ebert-Straße 4

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Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa

Wanderausstellung der INNOPUNKT-Initiative kommt ab 9. Juli 2012 an die Fachhochschule Potsdam, Standort Friedrich-Ebert-Straße 4

Die wandernde Fotoausstellung „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa“ zeigt konkrete Möglichkeiten, lebenslanges Lernen mit beruflicher und akademischer Bildung in Brandenburg zu kombinieren. Die Ausstellung wird ab dem 9. Juli 2012 eine Woche lang am Standort Friedrich-Ebert-Straße 4 der FH Potsdam präsentiert.

Anlass ist der kürzliche Start des Projektes „Akademische Kompetenzen in den Informationsberufen“ (AKIB) im Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam. Das AKIB-Projekt ist Teil der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge“ (ANKOM). In diesem Rahmen werden die beiden an der FH Potsdam angebotenen Bildungswege “Direktstudium” und “berufsbegleitende Fernweiterbildung” der Fachrichtungen Archiv und Bibliothek auf mögliche Kompetenzunterschiede untersucht. Anschließend werden neue didaktische und fachliche Maßnahmen entwickelt und evaluiert.

Dauer der Ausstellung: 09.07. – 13.07.2012
Eröffnung: 09.07.2012, 10.00 Uhr, Begrüßung durch den Rektor der FH Potsdam, Prof. Dr.-Ing. Johannes Vielhaber, Foyer des FHP-Standortes Friedrich-Ebert-Straße 4

Zur Fotoausstellung:
Viele Beschäftigte haben den Wunsch, ihre persönliche Entwicklung und Karrierechancen durch Aufstiegsqualifizierung zu verbessern. Auch auf Seite der Unternehmen werden zunehmend hoch qualifizierte Fachkräfte gesucht. Die brandenburgischen Hochschulen und Universitäten bilden ihre Studierenden auf höchstem Niveau aus. Bisher gab es jedoch nur wenige Angebote für Beschäftige. Im Rahmen der INNOPUNKT Initiative „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa“ haben sich sechs Projekte der Aufgabe gestellt, grundlegende Verfahren und konkrete Angebote im Bildungswesen zu schaffen, um kombinierte Bildungspfade zu ermöglichen. Hierbei steht die Anrechnung von Kompetenzen aus der betrieblichen Praxis auf Hochschulstudiengänge und die Schaffung von berufsbegleitenden akademischen Lehrangeboten an erster Stelle. Die Fotoausstellung präsentiert Stimmen von Studierenden, Dozierenden und Sozialpartnern, welche die neuen Bildungswege beleuchten.

Die INNOvative arbeitsmarktpolitische SchwerPUNKTförderung in Brandenburg ist die Modellförderung des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg zu arbeitsmarktpolitischen Lösungen, die das Potenzial zur Schaffung von Arbeitsplätzen haben.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm
E-Mail: hobohm@fh-potsdam.de, Tel.: 0331 580-1514
siehe auch: http://akib.fh-potsdam.de

Pressemitteilung vom 22.05.2012

BMBF fördert Kompetenzentwicklung in den Informationswissenschaften an der FH Potsdam

Vorstellung des Forschungsprojekts AKIB auf dem Bibliothekartag in Hamburg

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ein auf zweieinhalb Jahre angelegtes Forschungsprojekt am Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam mit einem Volumen von ca. 300 T€. Das Projekt „Akademische Kompetenzen in den Informationsberufen (AKIB)“, das am 2. April 2012 startete, zielt auf die Analyse der notwendigen Kompetenzen für das Fachpersonal in der Informations- und Netzwerkgesellschaft ab. Der Leiter des Projektes, Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm, sieht darin „eine historisch einmalige Gelegenheit, die sich zur Zeit stark verändernden, komplexen Anforderungen in den Informationsberufen der Fachrichtungen Archiv und Bibliothek genauer zu untersuchen und weiterzuentwickeln.“ Hierzu sollen vor allem die beiden an der FH Potsdam angebotenen Bildungswege „Direktstudium“ und „berufsbegleitende Fernweiterbildung“ auf mögliche Kompetenzunterschiede hin untersucht und daran anschließend neue didaktische und fachliche Maßnahmen entwickelt und evaluiert werden. Angedacht sind spezifische Multimedia-Module, die zu einem Ausgleich der zuvor identifizierten Kompetenzunterschiede führen sollen. Nur an der FH Potsdam bietet sich diese Möglichkeit des direkten Vergleichs, da bisher an keinem anderen Standort in Deutschland die entsprechenden Fachrichtungen gleichzeitig im Direktstudium und im Fernweiterbildungsmodus mit dem Ziel eines Bachelorabschlusses studiert werden können.

Das Projekt AKIB ist ein Teilprojekt der BMBF-Initiative Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge (ANKOM), an dem ca. 20 ausgewählte Projekte in ganz Deutschland beteiligt sind. Es wird in enger Kooperation mit den Berufsverbänden wie dem Deutschen Bibliotheksverband (DBV) und dem Verband Deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. (VdA) sowie dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) durchgeführt.

Eine Vorstellung des Projektes findet im Rahmen von Postervorträgen auf dem 101. Bibliothekartag vom 22. bis 25. Mai 2012 in Hamburg statt. Möglichkeiten zur Posterbegehung und zur Diskussion mit dem Projektteam bieten sich am Mittwoch, dem 23. Mai 2012, und am Donnerstag, dem 24. Mai 2012, jeweils von 12 bis 14 Uhr.

Alle an der Berufsfeldentwicklung und aktuellen Kompetenzdiskussion Interessierten sind herzlich eingeladen dort oder auf der Website mit dem Projektteam in Kontakt zu treten (E-Mail: akib@fh-potsdam.de, Tel.: 0331 580-1538 / -1540.

Ansprechpartner für weitergehende Informationen ist Prof. Dr. Hans-Christoph Hobohm (E-Mail: hobohm@fh-potsdam.de, Tel.: 0331 580-1514)

AKIB stellt sich auf dem Bibliothekartag vor

Vom 22. – 25. Mai 2012 findet in Hamburg der 101. Deutsche Bibliothekartag mit dem Titel „Bibliotheken – Tore zur Welt des Wissens“ statt. Und das Projekt AKIB ist mit einer eigenen Posterpräsentation im Rahmen der Firmenausstellung (Ausstellungshalle H) dabei. Wir laden Sie ganz herzlich zu einem Gespräch mit uns am Mittwoch, den 23.05.2012, und am Donnerstag, den 24.05.2012, jeweils von 12.00 – 14.00 Uhr vor dem Poster ein. Wir freuen uns sehr über Ihr Interesse und Kommen.

Neue Projektmitarbeiterin und -mitarbeiter in AKIB

Am 2. April 2012 wurden Frau Imke Groeneveld und Herr Andres Imhof im Team des AKIB-Projektes herzlich willkommen geheißen.

Frau Groeneveld war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Forschungsdatenzentrum des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) an der Humboldt Universität zu Berlin. Im Rahmen dieser Tätigkeit hat sie ihre Dissertation in Psychologie verfasst und zu weiteren Themen der Bildungsforschung gearbeitet.

Herr Imhof hat zuvor als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Informationsmanager im Bibliotheks- und Archivwesen gearbeitet. So wirkte er an der SUB Göttingen, im Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin Brandenburg (KOBV), im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde sowie im Verbund Öffentlicher Bibliotheken Berlins (VÖBB) im Forschungs- und Entwicklungsbereich sowie im Projektmanagement. Auch an der FH Potsdam hat er zeitweilig in der Fernweiterbildung Archiv als Dozent ein Modul zur archivischen Erschließung betreut.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und den erfolgreichen Verlauf des Projektes.

Auftakt der Projekt-Initiative ANKOM

Am 29.2.2012 fand die Auftaktveranstaltung der BMBF-Initiative „ANKOM-Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung“ im Harnack-Haus in Berlin statt. Das Projekt AKIB war dabei – noch vor dem eigentlichen Projektstart!

Auf der Internetseite http://ankom.his.de/auftakt finden sie die Präsentationsfolien zu den Vorträgen, die Poster der Projekte sowie eine Galerie mit einer Auswahl an Fotos.

Diskussion vor dem Poster unseres Projektes

Unser Poster ist hier zu finden.

Ziele des Projektes AKIB

In den ca. 10.000 Bibliotheken und Archiven in Deutschland arbeiten über 40.000 Bibliothekare, Archivare u.a. Ein Drittel davon mit akademischem Abschluss. Hier steht in den nächsten Jahren ein bedeutender demographischer Wandel bevor. Die ca. 5.000 „Fachangestellte für Medien und Informationsdienste“ (FaMI), einem Ausbildungsberuf, den es erst seit ca. 10 Jahren gibt, sind gut ausgebildet, jung und motiviert und suchen nach Aufstiegsmöglichkeiten. In den Informationsberufen des „mittleren Dienstes“ gibt es deshalb einen beträchtlichen Aufstiegsstau, da für die nächst höheren Hierarchiestufen akademische Abschlüsse verlangt werden und die FaMIs jedoch für ein Studium ihre Stelle nicht aufgeben wollen. An der Fachhochschule Potsdam wird hierzu – in Deutschland einmalig – seit über zehn Jahren eine stark nachgefragte Fernweiterbildung (als Zertifikatskurs mit Übergangsoptionen in ein B.A.-Studium) angeboten.

Die Erfahrungen mit dem hier eingesetzten Modell des Blended Learning zeigen vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung der Informations- und Netzwerkgesellschaft (also des Fachgebietes der Aufstiegswilligen) Diskrepanzen bezüglich der erworbenen Kompetenzen im Vergleich zu den grundständig Studierenden. Aufbauend auf einem in den 1990er Jahren entwickelten europäischen Kompetenzraster für die Informationsberufe (CERTIDoc: Euroguide der ECIA) sollen die Kompetenzstrukturen der beiden Bildungskarrieren (berufsbegleitend vs. Direktstudium) analysiert und die entsprechenden Modulinhalte, Workloadberechnungen (CPs), Vermittlungsmethoden  und Learning Outcome-Ziele so aktualisiert werden, dass das bisherige Kursangebot in die vorhandenen Studiengänge besser überführt und spezifische Kompetenzlücken ggf. gegenseitig ausgeglichen werden können. Spezifische, übertragbare Flexibilisierungs-strukturen wie „Ausgleichsmodule“, Workshops, Summer Camps oder propädeutische Angebote in der Berufsschule sollen in diesem Rahmen entwickelt und erprobt werden.

Die Forschungsfrage des Projektes ist die der Dynamisierung der fachlichen Kompetenzmodelle und Curricula sowie die Erarbeitung von Vorschlägen zeitgemäßer Methoden der Kompetenzvermittlung im Fernstudien- und im Direktstudienmodus.

Ergebnis: ein aktualisiertes Kompetenzraster für die Informationsberufe, das nachweislich messbare und im (Fern-)Studium vermittelbare Kompetenzen aufzeigt.