Publikation der Ergebnisse

ANKOM 2015 CoverDer Abschluss-Sammelband der BMBF Förderlinie ANKOM „Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung“ ist soeben erschienen. Damit schließt sich der Kreis der Forschungen rund um die Fernweiterbildung an der FH Potsdam mit seinem theoretischen Teil und der Einbettung der Forschungsergebnisse. Unser etwas über zwei Jahre laufendes Forschungsprojekt hatte zum Ziel, die Kompetenzstruktur von Bibliothekaren und Archivaren auf Bachelor/Diplomniveau genauer zu untersuchen und vor allem im Vergleich zwischen berufsbegleitend und „direkt“ Studierenden herauszufinden, welches die Spezifika des hochschulischen Bildungsweges sind. Dies stand unter einer Anwendungsperspektive, weil direkt an die Aufgabe der Fernweiterbildung angelehnt (vor allem im ANKOM-Kontext), es ergab sich aber auch unter informationswissenschaftlichen Gesichtspunkten, hier tiefer nachzuhaken.

Die ersten interessanten, empirischen Ergebnisse waren schon hier publiziert worden und ein Teil der praktischen Umsetzung der Empfehlungen für die Fernweiterbildung ist hier bei Vimeo anzuschauen (Multimedia Anteile aus einem Moodle Kurs).

In der kompetenztheoretischen Begründung hatte sich aus der Faktorenanalyse der empirischen Ergebnisse ein interessantes Konzept ergeben, das wir näher betrachtet haben. „Kognitive Kompetenzen“ hatten wir den Faktor genannt, der sich als Besonderheit für unsere Berufsgruppen herauskristallisiert hatte. Mit leichten Unterschieden in den beiden analysierten Berufsfeldern: bei Archivaren war „wirtschaftliches Denken“ und bei Bibliothekaren „Dienstleistungsorientierung“ zusätzlich besonders charakteristisch.

Strukturiertes DenkenAnalysefähigkeit und schriftliche Ausdrucksfähigkeit ergaben sich in der Faktorenanalyse der Befragung als gemeinsamer Faktor und führten uns dazu, die für die Informationsberufe naheliegende Fähigkeit auf dem Meta-Level zu denken. Nicht nur bei „Metadaten“, aber auch bei solchen Themen wir Domain-Analyse, Konzeption von Sammlungen oder gar RDA/FRBR liegt das auf der Hand. Inwieweit sich dieser Kompetenzbereich grundlegend von anderen akademischen Berufen unterscheidet, haben wir nicht wirklich untersucht, sondern haben eher versucht, diese „überfachliche“ Kompetenzklasse als eigene Schlüsselkompetenz zu etablieren – neben den traditionellen wie Selbst-, Sozial-, Sach- und Methodenkompetenz. Das Ergebnis ist das „Mantra“ des Projektes geworden mit „Reflexion als Metakompetenz“. Interessanterweise lässt sich bei genauer Betrachtung mit dem Schlagwort „Reflexion“ sehr viel bewirken: von der theoretischen Einbettung in die Lern- und Kompetenzdiskussion bis hin zur konnektivistischen Didaktik oder zu grundlegenden Empfehlungen zur Online-Lehre. Unser Beitrag ist hier vollständig referenziert und kann über den Link abgerufen werden:

Hobohm, Hans-Christoph; Pfeffing, Judith; Imhof, Andres; Groeneveld, Imke (2015): Reflexion als Metakompetenz. Ein Konzeptbegriff zur Veranschaulichung akademischer Kompetenzen beim Übergang von beruflicher zu hochschulischer Qualifikation in den Informationsberufen. In: Walburga Freitag, Regina Buhr, Eva-Maria Danzeglocke, Stefanie Schröder und Daniel Völk (Hgs.): Übergänge gestalten. Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung erhöhen. Münster: Waxmann, S. 173–191.

Der Sammelband als Ganzes hier zu finden.